27 MÄNNER UND FRAUEN

 

027.0

... und wie eine Gemeinde oder Nachbarschaft ein ausgeglichenes Wirkungsfeld für verschiedene Altersstufen umfassen soll — GEMEINDE VON 7000 (12), IDENTIFIZIERBARE NACHBARSCHAFTEN (14), LEBENSZYKLUS (26) —, so muß sie auch für den Ausgleich der Geschlechter eingerichtet sein und die Dinge, die die männliche und die weibliche Seite des Lebens widerspiegeln, in gleichem Maße enthalten. 

 

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In einer heutigen Stadt ist die Welt entlang von Geschlechtskonturen aufgeteilt. Vorstädte sind für Frauen, Arbeitsplätze für Männer; Kindergärten sind für Frauen, Fachausbildungsstätten für Männer; Supermärkte sind für Frauen, Eisenwarenhandlungen für Männer.

 

Da kein Lebensaspekt rein männlich oder rein weiblich ist, verzerrt eine Welt der extremen Geschlechtertrennung die Realität und prolongiert und verfestigt diese Verzerrungen. Die Wissenschaft wird von einer männlichen, oft mechanischen Mentalität beherrscht; die Außenpolitik orientiert sich am Krier,., ebenfalls einem Produkt des männlichen Ego. Schulen für kleine Kinder sind unter dem Einfluß von Frauen, ebenso die Wohnungen. Die Wohnung ist Domäne der Frau geworden, mit so lächerlichen Konsequenzen, daß Wohnbauplaner und Bauträger das Innere von Häusern so delikat und „ansprechend" darstellen wie den Vorraum einer Damentoilette. Man kann sich kaum vorstellen, daß in einem solchen Haus irgendwelche Dinge hergestellt werden, daß davor Gemüse angebaut wird oder Sägespäne vor der Tür liegen.

Das Muster oder die Gruppe von Mustern zur Lösung dieses Problems sind derzeit unbekannt. Wir können lediglich auf jene Arten von Gebäuden und Nutzungen oder auf Einrichtungen hinweisen, die dieses Problem ins Lot bringen könnten. Aber solange nicht bestimmte soziale Tatsachen erkannt werden und die Umwelt sich nach ihnen richtet, kann die Geometrie dazu nicht entwickelt werden. Kurz, solange weder Männer noch Frauen wechselseitig jeden Bereich des Stadtlebens beeinflussen können, werden wir nicht wissen, welche baulichen Muster für eine solcheden wir nicht wissen, welche baulichen Muster für eine solche Gesellschaftsordnung am geeignetsten sind.

 

Daraus folgt:

Besteh darauf, daß jedes Stück der Umwelt — jedes Gebäude, jeder offene Raum, jede Nachbarschaft und Arbeitsgemeinschaft — in einem Bewußtsein sowohl des männlichen als auch des weiblichen Instinkts hergestellt wird. Beachte dieses Gleichgewicht des Männlichen und Weiblichen bei jedem Projekt, in jeder Größenordnung, von der Küche bis zum Stahlwerk.

Eine Muster Sprache 27 MÄNNER UND FRAUEN

 

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Keine großen Wohngebiete ohne Werkstätten für Männer; keine Arbeitsgemeinschaften, die nicht eine Teilzeitbeschäftigung für Frauen und Möglichkeiten zur Kinderpflege vorsehen — STREUUNG DER ARBEITSSTÄTTEN (9). Innerhalb des Gleichgewichts zwischen dem Männlichen und dem Weiblichen muß auch der einzelne Mann und die einzelne Frau Platz zur Entfaltung haben, unterschieden und getrennt vom anderen Geschlecht — DAS EIGENE ZIMMER (141) ...

 

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