214 WURZELFUNDAMENTE

 

... hat man nun einen groben Grundriß der Pfeiler für das Gebäude - PFEILER IN DEN ECKEN (212), VERTEILUNG DER PFEILER (213) -, kann man mit der eigentlichen Arbeit auf der Baustelle beginnen. Zunächst steck die Lage der Erdgeschoßpfeiler ab, vor irgendwelchen Erdarbeiten, sodaß die Pfeiler erforderlichenfalls verschoben werden können, um Felsen oder Pflanzen auszuweichen - VERBESSERUNG DES BAUPLATZES (104), VERBINDUNG ZUM BODEN (168). Dann heb die Fundamentgruben aus und misch den Beton für die Fundamente.

 

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Die allerbeste Fundierung entspricht der eines Bau-Die allerbeste Fundierung entspricht der eines Baumes — wo sich die gesamte Konstruktion des Baumeseinfach unter der Bodenebene fortsetzt und zusammen mit dem Boden ein integriertes System erzeugt, sowohl für Zug- wie für Druckbeanspruchungen.

 

Wenn Pfeiler und Fundamente getrennte Elemente sind, die erst verbunden werden müssen, wird die Verbindung zu einer schwierigen und kritischen Fuge. Sowohl die Biege- als auch die Scherspannungen sind gerade an der Fuge besonders hoch. Werden Stecker oder Hülsen als drittes Element eingeführt, gibt es noch mehr Fugen, um die man sich kümmern muß, und jeder weitere Bauteil hat einen geringeren Wirkungsgrad bei der Aufnahme dieser Spannungen.

Wir glauben, daß es besser wäre, Fundamente und Pfeiler so zu bauen, daß die Pfeiler im Fundament verwurzelt sind und mit dem Boden integriert eine kontinuierliche Einheit werden.

In der hier illustrierten Umsetzung dieses Musters nimmt das Wurzelfundament eine sehr einfache Form an. Da die Pfeiler zunächst hohl sind - KASTENPFEILER (216) -, können wir ein Wurzelfundament herstellen, indem wir den hohlen Pfeiler in die Fundamentgrube stecken und den unteren Teil des Pfeilers mit der Fundierung in einem einzigen Vorgang ausgießen.

 214.1mit Text

Soweit dabei Holz verwendet wird, gibt es das sehr ernste Problem, Holz mit dem feuchten Fundamentbeton in Verbindung zu bringen. Das Holz des Pfeilers kann gegen Trockensfäule und Termiten durch Drucktränkung mit Pentachlorphenol geschützt werden. Wir glauben auch, daß ein Aufbringen von dickem Asphalt oder Mastix feuchtigkeitsisolierend wirken könnte; das Problem ist aber nicht wirklich gelöst. Natürlich müßten massive Lösungen, bei denen die Pfeiler aus Terracotta oder Betonröhren gemacht und mit dichtem Beton gefüllt werden, klaglos funktionieren. Aber selbst in diesen Fällen hegen wir Zweifel über die genaue konstruktive Gültigkeit des Musters. Wir glauben, daß eine Art Konstruktion gefunden werden muß, die mit dem Boden ein Kontinuum bildet: Wir haben aber kein ganz schlüssiges Ergebnis zustande gebracht. Wir stellen unterdessen dieses Muster als eine Art Forderung auf.

 

Das heißt:

Such einen Weg, Fundamente zu machen, in denen die Pfeiler selbst direkt in den Boden gehen und sich dort ausbreiten, sodaß die Fundierung mit dem Baustoff der Pfeiler eine kontinuierliche Einheit bildet und der Pfeiler mit seinem Fundament wie eine Baumwurzel Zug und horizontalen Schub ebenso aufnehmen kann wie Druck.

 Eine Muster Sprache 214 WURZELFUNDAMENTE 1

 

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Zur Herstellung von hohlen, betongefüllten Kastenpfeilern mach ein Loch für jedes Fundament, setz den hohlen Pfeiler hinein und betoniere den Pfeiler mitsamt dem Fundament in' einem kontinuierlichen Guß — KASTENPFEILER (216). Später, beim Bau der Bodenplatte, verbinde sie mit dem Beton der Fundamente — BODENPLATTE (215).

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