152 HALBPRIVATES BÜRO

 

... innerhalb der durch STUFEN DER INTIMITÄT (127), FLEXIBLE BÜROFLÄCHE (146) und KLEINE ARBEITSGRUPPEN (148) vorgegebenen, allgemeinen Anordnung von Gruppenräumen und individuellen Arbeitsräumen gestaltet das folgende Muster die einzelnen Räume und Büros selbst. Es hilft auch dabei, die Organisation dieser größeren Muster entstehen zu lassen.

 

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Welches ist das richtige Verhältnis von Alleinsein und Austausch in der Büroarbeit?

 

Ein völlig privates Büro hat verheerende Auswirkungen:auf die menschlichen Beziehungen in einer Arbeitsgruppe und begünstigt die üblen Eigenschaften von Bürohierarchien. Ebern so gibt es aber Momente, in denen eine Privatsphäre wesentlich ist; und bis zu einem gewissen Grad muß jede Art von Arbeit frei von unerwarteten Unterbrechungen bleiben.

Jeder, der einmal in einem Büro gearbeitet hat, kann zu diesem Thema etwas sagen. Wir selbst haben dieses Problem als Mitglieder eines Arbeitsteams von Architekten von den verschiedensten Seiten her erlebt. Die besten Hinweise, die;wir geben können, entstammen unserer Erfahrung als Arbeitsgruppe.

Im Laufe der vergangenen sieben Jahre verlegten wir unsere Büros mehrmals. Einmal zogen wir in ein großes, altes Haus ein: groß genug, daß einige von uns private Räume hatten; während sich die anderen die Räume teilten. Innerhalb weniger Monate war unser sozialer Zusammenhalt als Gruppe so gut wie verloren. Die Gruppe funktionierte nur noch formal; die lockere Kommunikation hörte auf; die ganze Atmosphäre änderte sich: Aus einem Umfeld, das die Entwicklung unserer Gruppe förderte, wurde eine Büro-Bürokratie, wo sich die Leute Termine miteinander ausmachten, Nachrichten in eigens angelegten Fächern hinterlegten und vor dem Eintreten lieber an jeder Tür klopften.

Eine Zeit lang waren wir nicht in der Lage, irgendeine interessante Arbeit zustande zu bringen.

Allmählich wurde uns klar, daß das Umfeld im Haus eine wichtige Rolle dabei spielte. Als wir speziell darauf zu achten begannen, merkten wir, daß die noch funktionierenden Zimmer — die Orte, an denen wir zusammenkamen, um über eine Arbeit zu sprechen — eine ganz bestimmte Eigenschaft hatten: Sie waren nur halbprivat, obwohl es darin deutlich festgelegte Arbeitsplätze gab.

Als wir darüber nachdachten, fanden wir, daß nahezu jeder Ort, an dem wir gut zusammenarbeiteten, diese Eigenschaften aufwies: Keines dieser Büros war völlig privat; die meisten waren für mehr als eine Person angelegt; aber selbst wenn eines nur für eine Person war, hatte es eine Art Gemeinschaftsbereich am Eingang, und es stand jedem frei, kurz hineinzuschauen und für einen Moment zu bleiben. Und die Tische selbst wären immer zu privaten Bereichen im Inneren und an den Rändern der Räume zusammengestellt, sodaß die Türen auf diese Art immer weit offen stehen konnten. Daraufhin stellten wir die Büros um, bis jedes eine Version dieses Musters war.

Das Muster funktioniert so gut, daß wir es jedem, der in einer ähnlichen Situation ist, empfehlen.

 

Daraus folgt:

Vermeide abgeschlossene, getrennte oder private Büros. Mach jeden Arbeitsraum, egal ob für eine Gruppe von zwei, drei Leuten oder für eine Person, halboffen zu den anderen Arbeitsgruppen und der unmittelbaren Umgebung. Leg an den Eingang, gleich innerhalb der Tür, einen bequemen Sitzbereich, den oder die tatsächlichen Arbeitsbereiche aber von der Tür entfernt, weiter hinten.

 Eine Muster Sprache 152 HALBPRIVATES BÜRO

 

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Gestalte jedes Büro im Detail entsprechend der FORM DES INNENRAUMS (191); gib ihm zumindest auf zwei Seiten Fenster - LICHT VON ZWEI SEITEN IN JEDEM RAUM (159); leg die einzelnen Arbeitsbereiche in die Ecken - ABGRENZUNG DES ARBEITSPLATZES (183) -, und zwar so, daß man aus dem Fenster sehen. kann - FENSTER MIT BLICK AUF DIE AUSSENWELT (192); mach den Sitzbereich neben der Tür möglichst gemütlich - RUNDER SITZPLATZ (185) ...

 

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